 Gino Boccasile
Der italienische Zeichner Gino Boccasile (14.Juli 1901 – 10.Mai 1952) wurde als Sohn eines Parfümeurs in Bari (Italien) geboren. Seine Begabung für Design zeigte sich schon im den frühen Jugendjahren. Zu jener Zeit, als er durch einen Tropfen Branntkalk sein linkes Auge verlor, während er an einem Brunnen trinken wollte. Dennoch studierte Boccasile Bildende Kunst in seiner Heimatstadt.
1925 verschlug es ihn nach Mailand, kurz nachdem sein Vater verstarb und erhielt eine Anstellung in der Mauzan Morzenti Agentur. Er begann Plakate zu entwerfen, für die er große Anerkennung erhielt. Vorranging waren es Darstellungen der weiblichen Form, die ihn berühmt werden ließen.
Später verließ er Mailand und lebte zeitweilig in Buenes Aires, wo er seine künftige Ehefrau Alma Corsi kennenlernte. Danach führte sein Weg nach Paris, wo er für seine Arbeiten in der Ausgabe „Paris Tabou“ eine Auszeichnung erhielt. Zurück in Mailand machte sich Baccasile mit einer Werbeagentur selbstständig und fand dort seine kreative Erfüllung. Für zahlreiche Mode-Zeitschriften wie „La Donna“, „Bertoldo“ und „Ecco“ entwarf er Illustrationen, später auch Buchumschläge für Verlage.
Politisches Propagandamaterial mit rassistischen und antisemetischen Inhalten bedeuteten für den Zeichner und Illustrator für ein paar Jahre das Aus. 1946 nahm er seine künstlerische Tätigkeit mit pornografischen Skizzen für Verlage und denkwürdigen Werbeplakaten in seiner Agentur in Mailand wieder auf.
Gino Boccasile verstarb 1952 in Mailand an einer schweren Lungenerkrankung.
»
Bilder von Boccasile:
Irradio, 1939 (60 x 80) Irradio, 1939 (97 x 138) |