Archiv für das Tag 'Pop Art'

Cornelius Völker ist ein bemerkenswerter Künstler unserer Zeit. Die erste umfassende Ausstellung seiner Werke ist demnächst im Museum Villa Stuck in München zu sehen.
Seine Bilder wirken  vertraut und doch ganz anders. Denn was er mit Öl auf die Leinwand bringt, erinnert auf den ersten Blick an Pop Art. Es sind vor allem die trivialen, alltäglichen Motive und die intensiv-knalligen Farben, die an diese Tradition anknüpfen.

Cornelius Völker bevorzugt großflächige Formate, wenn er Handtuch, Meerschweinchen oder einen Abfluss auf Leinwand bannt. Fasziniert widmet sich Völker auch Wunde, Fleck und Müll. Mit Leidenschaft sucht und findet der Künstler Ausschnitte aus dem großen Ganzen. Seine Handtaschenträgerin, besteht nur aus Handtasche und „unvermeidlichen“ Teilen des Torsos und der Beine; der ausgewaschene „Feinripp“ hängt kraftlos an kopflosen Menschenkörpern; ein Pullover wird gerade über den Kopf gezogen; seine abgebildeten „Frisuren“ hat wohl jeder schon im Bus vor sich gesehen, denn die Träger der üppigen oder spärlichen Haartracht zeigen sich von hinten und sind selten stylish. Bei Völker sind selbst wollüstige Lippen irgendwie – normal.

Doch der Malstil des Künstlers lässt die Flächigkeit des PopArt hinter sich. Schicht für Schicht modelliert er seine Motive in Öl, mal pastos, mal cremig oder glatt, teils zentimeterdick aufgetragen. So gewinnen Teebeutel und Schoßhündchen an Kontur und das Meerschweinchen reckt sich förmlich aus dem Hintergrund heraus. Farbverläufe und Dicke des Farbauftrags bilden mit dem Motiv eine Einheit und bedingen sich gegenseitig.

Cornelius Völker wurde 1965 in Kronach geboren. 1989 bis 1995 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. In Münster hat er seit 2005 eine Professur in Malerei an der dortigen Kunstakademie inne. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt bilden Düsseldorf und New York. Mehrfache Stipendien und Preise begleiteten seinen künstlerischen Weg.

Das Museum Villa Stuck in München, Prinzregentenstraße 60, zeigt die Werke von Cornelius Völker vom 17. Februar bis 8. Mai. Weitere Informationen unter www.villastuck.de.

Andrea

Das Combine Painting

Robert Rauschenberg entwickelte unter dem Bezug zum Dadaismus und dem Surrealismus eine besondere Technik, die als Combine Technik bekannt wurde. Dabei werden auf abstrakte Kunstwerke dreidimensionale Gegenstände aus dem täglichen Leben montiert. Die Entwicklung der Pop-Art ist ganz deutlich von Robert Rauschenberg beeinflusst, da diese Kunstrichtung den Konsum und die Lebenswelt der Modernen thematisierte.

Eine weitere Technik wurde durch den Abrieb von Zeitungsbildern direkt auf die Leinwand von Robert Rauschenberg ausgeübt. Dreidimensionale Objektkunst und Installationen waren seine bevorzugten Kunstrichtungen. Das Combine Painting fällt also durchaus in den Bereich des Abstrakten Expressionismus, welcher in Europa und Nordamerika in der modernen Malerei der 50er und 60er Jahre verwendet wurde. Im Allgemeinen kann man feststellen, dass mehr das Gefühl, die Spontanität und auch die Emotionen deutlich wichtiger waren, als die Vernunft, die Reglementierung oder die Perfektion.

Das typische Zubehör war nun nicht mehr zwingend nur der Pinsel, sondern auch andere Behälter und Eimer. Robert Milton Ernest Rauschenberg war ein Maler, Fotograf, Objektkünstler und auch ein Grafiker aus Amerika. Auf hintersinnige Weise kombinierte er Gegenstände wie Autoreifen, Fahrräder oder Tennisbälle mit seinen Werken. Er vertrat die Auffassung, das Gegenstände aus dem Realen Leben unverändert und direkt in die Kunst mit einbezogen werden sollten, eine Art Vereinigung zwischen der Bild- und der Lebenswirklichkeit.