Archiv für das Tag 'Köln'

Die Einrichtungstrends 2011 setzen neue Schwerpunkte in Funktionalität und Optik. Markante Ecken und geraden Linien waren gestern. Im Wohnzimmer von heute finden sich geschwungene Formen und ein hoher Wohlfühlfaktor. Dazu gehört das plüschige Sofa mit Samtkissen am heimeligen Zimmerkamin ebenso, wie ein kuschelweicher Teppich. Vor die weiterhin geschätzte Wohnwand mit Flachbildschirm passt in diesem Jahr durchaus ein Fernsehsessel mit Rokkoko-Ornamenten. Und dies alles darf auch seinen Preis haben. Billigmöbel wandern – sofern es der Geldbeutel erlaubt – auf den Sperrmüll. Qualität setzt sich durch, die mehr verspricht, als nur Langlebigkeit. DER große Trend sind Naturmaterialien. Die Massivholzkommode steht typischer Weise vor einer Wand mit Naturstein. Auch Glaselemente passen gut zur neuen Natürlichkeit.

Entsprechend bewusst setzen sich die Verbraucher mit dem Thema Recyclebarkeit auseinander. „Cradle to Cradle“ bringt eine fast volle Wiederverwertbarkeit, statt die Materialien später auf die Deponie zu kippen oder geringerwertig zu recyceln.

Einige liebgewordene Dinge bleiben uns erhalten. Zum Beispiel die trendige räumliche Einheit von Wohnen, Kochen und Essen; gemütliche, verstellbare Polstersessel; Möbel, die frei im Raum stehen können, weil die Rückseite hochwertig verarbeitet ist; rechteckige Esstische mit rückengerechten Stühlen; sowie Induktionskochfelder und Dampfgarer. Neu im Trend sind private Spa-Oasen statt getrenntes Schlaf- und Badezimmer; dunkles Holz in Verbindung mit Glas und Edelstahl; Tapeten, deren Muster sich im Bodenbelag fortsetzen; Nanoveredelung für Oberflächen finden sich neben Bezugsstoffen im „Oma-Look“. Doch auch die Megafarbe Weiß ist definitiv noch in.

In kürze gibt es Gelegenheit, einen genauen Blick auf die neuen Kollektionen und Arrangements zu werfen. Die imm cologne 2011 (Internationale Möbelmesse in Köln) und LivingKitchen öffnen ihre Pforten vom 18. – 20. Januar für Fachbesucher und vom 21. – 23.1. für privates Publikum. Es findet jedoch kein Verkauf an Endverbraucher statt. www.immcologne.de

Der französische Künstler Vincent Michèa zeigt in seiner zweiten Ausstellung in Köln die Verschmelzung der Themen „Architektur der Hauptstadt Dakar” und der „Populärmusik Westafrikas”.  Der Franzose wurde 1963 in Dakar geboren und seine plakativen Acryl- Gemälde von 2009 sind eine Korrespondenz der Kulturen. Verschiedene Ethnien (Gemeinsamkeiten / Verbundenheit) wie die Musik und die Architektur sind Grundpfeiler seiner Werke.  In Paris ist ein Treffpunkt von durch das französische Bildungssystem sehr von ihren eigenen Wurzeln entfremdeten afrikanischen Intellektuellen, die nun eine Rückbesinnung auf ihr afrikanisches Erbe fordern.1960 schwappte diese Bewegung hinüber bis nach Dakar und drückt sich dort nun in der Architektur aus. Der Staat versucht mittels großzügiger Alleen und sternförmiger Plätze dem französischen Vorbild näher zu kommen und drückt damit seine Kontrolle und Macht aus. Im Gegensatz dazu stehen die plastische Gestaltung von Fassaden und die Stoffe mit traditionellen Mustern in Bezug auf die Ornamentik der Gebäude. Die Vergangenheit Dakars droht zu verschwinden. 

Das zukunftsorientierte „Tour Khaddafi” hat wenig mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes zu tun. Sogar der westafrikanischen Musik droht das Aus. Mambo, Jazz und Samba, senegalesische Elemente und das afro- kubanische scheinen unterzugehen. In den Bildern Michèas findet sich eine Synthese aus Musik, Film und Architektur. Dieser krasse Gegensatz macht den Reiz seiner Gemälde aus. Abfotografierte Bildquellen in der Rastertechnik werden von ihm digital bearbeitet und gelangen dann in Umrissen auf die Leinwand, erst danach beginnt er zu malen. Er nutzt recht wenige Farben und verzichtet auf Tiefendimensionen. Seine Bilder sind eine Hommage an die „B- Seite” der Stadt und heißt „Dakar, Zone B”.

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