28.01.2011
Raffiniert und trivial: Cornelius Völker in München
Cornelius Völker ist ein bemerkenswerter Künstler unserer Zeit. Die erste umfassende Ausstellung seiner Werke ist demnächst im Museum Villa Stuck in München zu sehen.
Seine Bilder wirken vertraut und doch ganz anders. Denn was er mit Öl auf die Leinwand bringt, erinnert auf den ersten Blick an Pop Art. Es sind vor allem die trivialen, alltäglichen Motive und die intensiv-knalligen Farben, die an diese Tradition anknüpfen.
Cornelius Völker bevorzugt großflächige Formate, wenn er Handtuch, Meerschweinchen oder einen Abfluss auf Leinwand bannt. Fasziniert widmet sich Völker auch Wunde, Fleck und Müll. Mit Leidenschaft sucht und findet der Künstler Ausschnitte aus dem großen Ganzen. Seine Handtaschenträgerin, besteht nur aus Handtasche und „unvermeidlichen“ Teilen des Torsos und der Beine; der ausgewaschene „Feinripp“ hängt kraftlos an kopflosen Menschenkörpern; ein Pullover wird gerade über den Kopf gezogen; seine abgebildeten „Frisuren“ hat wohl jeder schon im Bus vor sich gesehen, denn die Träger der üppigen oder spärlichen Haartracht zeigen sich von hinten und sind selten stylish. Bei Völker sind selbst wollüstige Lippen irgendwie – normal.
Doch der Malstil des Künstlers lässt die Flächigkeit des PopArt hinter sich. Schicht für Schicht modelliert er seine Motive in Öl, mal pastos, mal cremig oder glatt, teils zentimeterdick aufgetragen. So gewinnen Teebeutel und Schoßhündchen an Kontur und das Meerschweinchen reckt sich förmlich aus dem Hintergrund heraus. Farbverläufe und Dicke des Farbauftrags bilden mit dem Motiv eine Einheit und bedingen sich gegenseitig.
Cornelius Völker wurde 1965 in Kronach geboren. 1989 bis 1995 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. In Münster hat er seit 2005 eine Professur in Malerei an der dortigen Kunstakademie inne. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt bilden Düsseldorf und New York. Mehrfache Stipendien und Preise begleiteten seinen künstlerischen Weg.
Das Museum Villa Stuck in München, Prinzregentenstraße 60, zeigt die Werke von Cornelius Völker vom 17. Februar bis 8. Mai. Weitere Informationen unter www.villastuck.de.



