Käthe Kollwitz (8.7.1867 – 22.4.1945) war eine Künstlerin von unglaublicher Intensität. Ihre Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken schaffen Betroffenheit und entstanden aus Betroffenheit über soziale und politische Umstände, vor denen sie nicht die Augen verschließen wollte. „Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind“, formulierte Kollwitz 1922.

Ihre zeichnerische Begabung wurde vom Vater entdeckt und gefördert. Sie lernt bei Malern, einem Kupferstecher, in der Künstlerinnenschule Berlin und München. 1919 wird Käthe Kollwitz erstes weibliches Mitglied und Professorin der „Preußischen Akademie der Künste“. Es gibt Studienaufenthalte in Paris und Florenz.

1908 bis 1910 arbeitet sie freiberuflich für den Simplicissimus, wo sie ihr soziales und politisches Engagement in vierzehn Zeichnungen einbringt. 1912 übernimmt Käthe Kollwitz die Leitung der „Berliner Secission“. Es folgen viele weitere Ämter und Engagements. Daneben ist sie Ehefrau und Mutter zweier Söhne. Als ein Sohn im Ersten Weltkrieg fällt, wird sie zunehmend zur Pazifistin und drückt dies künstlerisch, z.B. in der Holzschnitzfolge „Krieg“, aus. Sie kämpft mit ihren Mitteln für das Proletariat, für hungernde Kinder, Kranke und Schwache.

Mutig unterstützt sie 1931 einen Appell zum Zusammenschluss von SPD und KPD, um bei den Wahlen eine nationalsozialistische Mehrheit zu verhindern. Ihre Unbeirrbarkeit, auch während der Nazizeit, bringt sie in Gefahr. Doch Käthe Kollwitz lässt sich nicht einschüchtern.

1940 vollendet sie das Bronzerelief „Die Klage“, in dem sie ihre Trauer um Künstlerkollegen Ernst Barlach zum Ausdruck bringt. Am 22. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende stirbt Käthe Kollwitz.

Mit über 40 Skulpturen, sowie 100 Grafiken und Zeichnungen ist Käthe Kollwitz zusammen mit Ernst Barlach in einer doppelten Werkschau im kunsthaus kaufbeuren zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis 26. Juni 2011. http://www.kunsthaus-kaufbeuren.de.

Andrea

Wohnwelt Küche

Kaum ein Raum erfuhr in den letzten Jahren so viel Aufwertung wie die Küche. Wobei ein eigener Raum für Herd, Spüle und Geschirrschrank definitiv out ist. Die Küche von heute fügt sich in Fläche und Möblierung dem Ambiente des Wohnzimmers nahtlos an. Diese Verschmelzung bildet das neue interfamiliäre Zentrum. Und auch Partygäste drängen sich um Mitternacht nun nicht mehr auf engstem Küchenraum, sondern verteilen sich zwanglos zwischen Esstheke und Wohnlandschaft.

Dieser fortlaufende Trend zeigt sich auch in den Farben der neuen Saison: Knallfarben werden durch erdige Töne abgelöst. Auch die Spüle zeigt sich in Creme oder anderen warmen Farben. Kochstationen verstecken sich hinter dekorativen Fronten. Die Glasvitrine ist weiterhin im Trend. So passen sich die Küchenmöbel dem Wohnzimmer wunderbar an und es wächst stilistisch zusammen, was in 2011 zusammen gehört.

Die Formen gestalten sich dagegen uneinheitlich. Klare, moderne Linien finden sich nach wie vor in den Katalogen der Trendsetter. Daneben erlebt jedoch die Landhausküche eine Renaissance. Ob Cottage- oder mediterrane Finca-Küche – unabdingbar sind hier die Kassettenfronten aus stilvollem Holz.

Sonderwünsche sind für renommierte Hersteller kein Problem. Verspielte Zierelemente, grifflose Fronten oder gar ein integrierter Schreibtisch? Kein Problem! Die Küche von heute ist ein Alleskönner und dazu optimal ergonomisch. Die Höhe ist individuell wählbar und selbstverständlich nicht öde einheitlich. Wechselnd hohe Elemente unterstreichen den individuellen Charakter und schonen den Rücken. Die Spülmaschine neben dem Geschirrschrank platziert, spart Arbeitswege. So bleibt die Küche ein funktioneller Ort, jedoch im stilvollen Ambiente.

Cornelius Völker ist ein bemerkenswerter Künstler unserer Zeit. Die erste umfassende Ausstellung seiner Werke ist demnächst im Museum Villa Stuck in München zu sehen.
Seine Bilder wirken  vertraut und doch ganz anders. Denn was er mit Öl auf die Leinwand bringt, erinnert auf den ersten Blick an Pop Art. Es sind vor allem die trivialen, alltäglichen Motive und die intensiv-knalligen Farben, die an diese Tradition anknüpfen.

Cornelius Völker bevorzugt großflächige Formate, wenn er Handtuch, Meerschweinchen oder einen Abfluss auf Leinwand bannt. Fasziniert widmet sich Völker auch Wunde, Fleck und Müll. Mit Leidenschaft sucht und findet der Künstler Ausschnitte aus dem großen Ganzen. Seine Handtaschenträgerin, besteht nur aus Handtasche und „unvermeidlichen“ Teilen des Torsos und der Beine; der ausgewaschene „Feinripp“ hängt kraftlos an kopflosen Menschenkörpern; ein Pullover wird gerade über den Kopf gezogen; seine abgebildeten „Frisuren“ hat wohl jeder schon im Bus vor sich gesehen, denn die Träger der üppigen oder spärlichen Haartracht zeigen sich von hinten und sind selten stylish. Bei Völker sind selbst wollüstige Lippen irgendwie – normal.

Doch der Malstil des Künstlers lässt die Flächigkeit des PopArt hinter sich. Schicht für Schicht modelliert er seine Motive in Öl, mal pastos, mal cremig oder glatt, teils zentimeterdick aufgetragen. So gewinnen Teebeutel und Schoßhündchen an Kontur und das Meerschweinchen reckt sich förmlich aus dem Hintergrund heraus. Farbverläufe und Dicke des Farbauftrags bilden mit dem Motiv eine Einheit und bedingen sich gegenseitig.

Cornelius Völker wurde 1965 in Kronach geboren. 1989 bis 1995 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. In Münster hat er seit 2005 eine Professur in Malerei an der dortigen Kunstakademie inne. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt bilden Düsseldorf und New York. Mehrfache Stipendien und Preise begleiteten seinen künstlerischen Weg.

Das Museum Villa Stuck in München, Prinzregentenstraße 60, zeigt die Werke von Cornelius Völker vom 17. Februar bis 8. Mai. Weitere Informationen unter www.villastuck.de.

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