27.02.2011
Ausstellung Kaufbeuren: Käthe Kollwitz – engagiert und mutig
Käthe Kollwitz (8.7.1867 – 22.4.1945) war eine Künstlerin von unglaublicher Intensität. Ihre Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken schaffen Betroffenheit und entstanden aus Betroffenheit über soziale und politische Umstände, vor denen sie nicht die Augen verschließen wollte. „Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind“, formulierte Kollwitz 1922.
Ihre zeichnerische Begabung wurde vom Vater entdeckt und gefördert. Sie lernt bei Malern, einem Kupferstecher, in der Künstlerinnenschule Berlin und München. 1919 wird Käthe Kollwitz erstes weibliches Mitglied und Professorin der „Preußischen Akademie der Künste“. Es gibt Studienaufenthalte in Paris und Florenz.
1908 bis 1910 arbeitet sie freiberuflich für den Simplicissimus, wo sie ihr soziales und politisches Engagement in vierzehn Zeichnungen einbringt. 1912 übernimmt Käthe Kollwitz die Leitung der „Berliner Secission“. Es folgen viele weitere Ämter und Engagements. Daneben ist sie Ehefrau und Mutter zweier Söhne. Als ein Sohn im Ersten Weltkrieg fällt, wird sie zunehmend zur Pazifistin und drückt dies künstlerisch, z.B. in der Holzschnitzfolge „Krieg“, aus. Sie kämpft mit ihren Mitteln für das Proletariat, für hungernde Kinder, Kranke und Schwache.
Mutig unterstützt sie 1931 einen Appell zum Zusammenschluss von SPD und KPD, um bei den Wahlen eine nationalsozialistische Mehrheit zu verhindern. Ihre Unbeirrbarkeit, auch während der Nazizeit, bringt sie in Gefahr. Doch Käthe Kollwitz lässt sich nicht einschüchtern.
1940 vollendet sie das Bronzerelief „Die Klage“, in dem sie ihre Trauer um Künstlerkollegen Ernst Barlach zum Ausdruck bringt. Am 22. April 1945, wenige Tage vor Kriegsende stirbt Käthe Kollwitz.
Mit über 40 Skulpturen, sowie 100 Grafiken und Zeichnungen ist Käthe Kollwitz zusammen mit Ernst Barlach in einer doppelten Werkschau im kunsthaus kaufbeuren zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis 26. Juni 2011. http://www.kunsthaus-kaufbeuren.de.